Kindheit im Dritten Reich und Jugend im Arbeiter- und Bauernstaat DDR

Hier folgen einige Rezensionen zum Buch

"Was für Zeiten!"

Prof. Dr. Nossrat Peseschkian, Träger des Bundesverdienstkreuzes und Vorstand der Peseschkian-Foundation für Positive Psychotherapie, Am Birnbaum 12, 65191 Wiesbaden:

Wenn wir nach der Erkenntnis vorgehen, dass nicht nur Ereignisse wichtig sind, sondern wie man die Ereignisse erlebt hat, ist es Herrn Nicke gelungen, in diesem Buch drei Aspekte darzustellen:

1. Um welche Ereignisse es sich handelt
2. wie sie erlebt wurden
3. wie man die Vergangenheit als Spiegel der Zukunft
    betrachtet, um die Nöte der Menschheit in einer Zeit der
    Globalisierung besser zu berücksichtigen.

Viele Menschen, die diese Ereignisse im Dritten Reich erlebt haben, befinden sich an der Grenze der Leidensfähigkeit bzw. ihres integrierten oder bewussten Daseins. Diese Erlebnisse machen sich auch in verschiedenen Symptomen und Beschwerden bemerkbar: Angst, Depression, mangelndes Selbstwerterleben, Vereinsamung, Misstrauen, aber auch körperliche Krankheit.
Der Autor stellt in diesem Buch die verschiedenen Möglichkeiten dar, welche die Betroffenen in eine solche Situation gebracht haben und zeigt Wege auf, wie man sich aus solchen Situationen befreit und gerade im Zeitalter der Globalisierung und Radikalisierung konstruktive Ziele entwickelt und entfaltet.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Buch auf reges Interesse stößt, da jeder Mensch Hoffnungen in sich trägt und Pläne schmiedet, oder aber Erschütterungen erleidet, die ihn immer wieder an solche Entwicklungsmöglichkeiten stoßen lassen. Das Buch zeigt auf, wie die Krisen positiv aufgearbeitet werden können. Nach dem Spruch: Ein Mensch blickt in die Zeit zurück und sieht: Sein Unglück war sein Glück".

Dieses Buch kann man sowohl Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen, auch um es im Schulunterricht einzubeziehen.

Prof. Dr. med. Nossrat Peseschkian, Internationale Akademie für Positive und Transkulturelle Psychotherapie, Wiesbaden

Dr. med. Hubert Bjarsch, Quermatenweg 190, 14163 Berlin

Dieses Buch enthält authentische Erlebnisse des 1935 geborenen Richard, zur Welt gekommen in dem östlich von Berlin an drei Seen gelegenen Grünheide. Gleich im ersten Kapitel fasziniert die Liebe zum Detail, mit der der Autor schon die ersten Erfahrungen des kleinen Richard ausmalt. Wie der Vater mit dem Kleinen auf den See hinaus rudert: Dem Leser scheint es, als erlebe er das mit eigenen Sinnen mit. Vieles Wunderschöne ist zu entdecken, obwohl um Richard herum eine ganz und gar nicht "heile Welt" besteht. Hart ins Gericht geht der Autor mit Erziehungsfehlern, die der kindlichen Seele nachhaltigen Schaden zufügen. Und noch Schlimmeres zieht um das Kind verhängnisvolle Kreise: der Nationalsozialismus und der Krieg, endend im totalen Zusammenbruch des damaligen "Großdeutschen Reiches". Richard verspürt sich dabei in der Hand einer höheren Macht, die ihn dreimal aus höchster Not errettet. Auf den Hitlerismus folgt der Stalinismus in der Sowjetischen Besatzungszone, die dann zur DDR wird. Richard erkennt in dem neuen System wesentliche Gemeinsamkeiten mit dem der Nazizeit. Dieses Erleben, das dem heutigen Zeitgeist ein Born im Auge ist, teilt Richard aber mit vielen anderen Menschen, die damals die beiden totalitären Systeme nach einander hatten überstehen müssen und denen sich dabei die Vergleiche beängstigend aufgedrängt hatten. Überhaupt ist Günter Nickes Buch hoch interessant für noch Lebende der damaligen Generation, weil es dazu anregt, auch die eigenen Erinnerungen noch einmal Revue passieren zu lassen. Ebenso interessant dürfte es aber auch für die Jüngeren sein, die als Leser in eine Zeit versetzt werden, die ihnen zunächst fremdartig wie ein bisher unentdeckter Kontinent erscheinen muss. Auf den zweiten Blick werden sie aber im scheinbar Exotischen auch Vertrautes erkennen: Ähnlichkeiten im menschlichen Fühlen und zwischenmenschlichen Verhalten und schließlich leider auch in der Kriegsfurie, die zwar nach der Zeit des kleinen Richard Deutschland dann verschont hat, anderenorts aber weiter wütet und uns heute fast täglich aus den Fernsehgeräten heraus anfaucht. Alles in allem: Ein wertvolles und sehr lesenswertes Buch!

Dr. Hubert Bjarsch

Dr. Stefan Blumenthal, Käserweg 4, 89358 Unterrohr / Kammeltal.

Günter Nicke hat ein kleines liebenswertes Buch vorgelegt, welches dem Leser ermöglicht, ohne Mühe in die damalige Zeit des Umbruches (Kriegsjahre und Anfangsjahre der DDR) einzutauchen. Nicht nur die Liebe zum Detail, sondern vor allem die Schilderung der Seelenqualen eines heranwachsenden Jungens beeindrucken, und machen seine Erzählung so faszinierend. Stellenweise ist der Leser an den "jungen Törless" erinnert.
Gerade in einer Zeit, in der die Verarbeitung des Zusammenbruches der DDR in den Medien eine große Rolle spielt, wäre eine genauso interessante Fortsetzung der Geschichte von "Richard" wünschenswert.
"Was für Zeiten!" kann ich hiermit mit bestem Gewissen weiter empfehlen.

Dr. Stefan Blumenthal


Harry Liedtke, Postbox 1697, V1Y 8M3 Kelowna B.C., Kanada, British Columbia

„Was für Zeiten“ von Günter Nicke  habe ich in zwei Sitzungen verschlungen. Die lebensnahen, farbigen und so prägnanten Aufzeichnungen machen es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Es bleibt zu hoffen, dass recht viele Leser dieses Buch zu lesen bekommen, denn sein Inhalt wirft nicht nur ein grelles Licht auf Deutschlands dunkelste Vergangenheit, sondern hilft dem Verständnis für die Probleme der heranwachsenden Generation.

Was mich geradezu schockiert hat: Ich habe in Richard jemanden kennen gelernt, der mir in vielen Dingen sehr wesensverwandt erscheint.

Fast wie Zwillinge, die altersmäßig zwar acht Jahre von einander getrennt sind, aber mit ziemlich ähnlichen Müttern mit ebenfalls acht Jahren Altersunterschied!

Es gibt viele andere Parallelen: Ein besorgtes aber isolierendes Elternhaus; Tyrannisieren in der Schule; Mädchenscheue; Träumereien; Liebe zur Natur; Klavierunterricht, erst aufgezwungen, dann untersagt um Zeit fürs Pauken zu gewinnen; und über allem hinweg der stete Druck einer früh durchschauten und tief verabscheuten Weltanschauung. Und damals wie heute eine Abneigung gegen alles Bonzentum und eine Bejahung des ureigenen Suchens nach Wahrheit.

Harry Liedtke

zurück zum Seitenanfang